September 2018

 

Energie

Dieser Sommer ist wie verhext. In unserer Region wird Regen sehnsüchtig erwartet, in anderen Regionen der Welt kommt dafür viel zu viel Wasser vom Himmel. Meldungen über Vermisste und Tote häufen sich die Tage. Und so mahnen die Klimaforscher*innen ein weiteres Mal an, dass es so nicht weitergehenn kann. Und definitiv nicht darf!

Um mögliche Kipppunkte im Klimasystem nicht umzustoßen, müssen wir unseren Treibhausgas-Ausstoß drastisch reduzieren. D.h. wir müssen die Kohleverstromung endlich herunterfahren und nachhaltige Systeme etablieren.

Da kommen Neuigkeiten, wie die Rodung von einem Wald, namens Hambacher Forst, gar nicht gut an und werfen kein gutes Licht auf Energiekonzerne und Bundes- sowie Landespolitik. Und so ist der Kampf um den Hambacher Forst, ein Kampf für das Klima geworden. Wir können nicht einfach hinnehmen, dass Großkonzerne um unsere Zukunft pokern und nur noch getrieben sind von Profitgier. Das weltweite Klima braucht Deutschlands Braunkohle nicht. Es verzichtet wahrlich dankend darauf.

 

Tierschutz

Im September hat die Berliner Koalition zwei Anträge ins Abgeordnetenhaus eingebracht - Tierversuche reduzieren I und Tierversuche reduzieren II. Nach langem Ringen konnte auch die wissenschaftshörige SPD in die Anträge einwilligen. So habe ich für eine Datenbank gekämpft, die Tieren durch Vermittlung ein Leben nach dem Tierlabor ermöglicht. Hier die ist die Hilfe für Labortiere Berlin schon seit Jahren aktiv und rettet so viel Tiere wie möglich. Ich möchte, dass die Datenbanken ausgebaut werden und Tieren rechtzeitig die Chance auf Vermittlung eingeräumt werden kann. Dazu zählen auch Datenbanken, die es Forscher*innen ermöglichen, Tiermaterial auszutauschen.

Natürlich tragen wir mit den Anträgen auch dem Koalitionsziel Rechnung. Ich möchte sinnlose und unnötige Tierversuche in meinem Berlin nicht mehr dulden! Ich verschließe mich nicht per se der Forschung, aber auch sie muss Grenzen und geltendes Tierschutzgesetz einhalten. Ich werde nicht regungslos dabei zuschauen, wie grausame Versuche das Prädikat "eventuell wertvoll für den Menschen" aufgedrückt bekommen.

Am 29. September hat das Bündnis "Berlin gegen Tierversuche" zu der Demo Nein gegen Tierversuche aufgerufen. Mit 500 Tierschützer*innen bin ich diesem Ruf gefolgt und wir sind lärmend durch Xhain gezogen.

Auch habe ich eine Einladung des Max-Dellbrück-Zentrums angenommen und eine kleine Führung durch die Mäusehaltung bekommen. In einem folgenden Gespräch haben wir über Alternativenforschung am MDC gesprochen. Wobei deutlich wurde, dass es dort noch Verbesserungsbedarf gibt! Dennoch war ich überrascht, wie offen der Austausch mit Tierschützern von anwesenden Wissenschaftler*innen gefordert wird.

 

Rad

Langsam, aber stetig geht es voran. In einigen Bezirken wird beherzt an der Fahrradinfrastruktur gearbeitet und in andere leider nicht. Umso mehr freue ich mich Fortschritte zu sehen. Dazu zählen die Holzmarktstraße mit den Grünen Radstreifen und die Testbahn in der Proskauerstr. im Friedrichshain.

Monatsbericht Juni
Radbezirk statt Randbezirk

Am 12. Juni habe ich zusammen mit dem Netzwerk Fahrradfreundliches Lichtenberg, Antje Kapekund rund 20 interessierten Bürger*innen eine Radtour durch Lichtenberg unternommen. Wir wollten wissen, wie es um die Sicherheit der Radfahrenden in und um Rummelsberg steht. So sind wir zu einigen Gefahrenstellen geradelt und haben live erlebt, wie gefährlich es auf dem Rad in Berlin sein kann.

 

Startpunkt unserer Tour war der Bahnhof Ostkreuz. Dort fehlt es gegenwärtig an Querungsmöglichkeiten für den Radverkehr. Für die West-Ost-Richtung werden sich zwar mit der Führung der Tram durch das Ostkreuz neue Wege ergeben. Diese sind jedoch teilweise zu schmal und weisen massive Konfliktpunkte mit dem Fußverkehr auf. Im laufenden Planfeststellungsverfahren wird sich das Netzwerk Fahrradfreundliches Lichtenberg daher nachdrücklich für die Belange des Radverkehrs einsetzen.Zudem bleibt die Nord-Süd-Querung ein Sorgenkind.

 

Weiter ging es zur Kynastbrücke. Diese wurde in der Vergangenheit nicht umsonst mit der roten Weste des Berliner Fahrradpreises bedacht. Wer die Brücke kennt, weiß wie gefährlich die Auffahrt für die von Friedrichshain kommenden Radfahrenden ist. Denn es gibt auf der Seite der Brücke keinen Radstreifen und man/frau muss zwischen den Autos und Lkws fahren. Die Anti-Kirsche auf der Sahne findet sich dann an der Kreuzung Alt Stralau / Kynaststr. Dort steht ein grauer Stromkasten mitten auf dem Radweg und die Kreuzung macht auch keinen Fahrradfreundlichen Eindruck. Es ist zum Gruseln.


Auf dem weiteren Weg auf der Hauptstraße wird klar, dass hier der Radweg (basiert auf alten Planungen) viel zu schmal ist. Nach der Verabschiedung des Mobilitätsgesetzes muss die Markierung nochmal geändert werden und mehr Platz geschaffen werden. Auch können Poller zusätzlich für mehr Sicherheit lösen!


Weitere Stationen der Tour waren unter anderem der verkehrsgeplagte Kaskelkiez und die Schlichtallee. Ein besonderes Augenmerk lag auch auf der Verkehrssituation am Nöldnerplatz. An all diesen Orten haben wir gehalten und über Möglichkeiten der Verbesserung gesprochen. Dazu zählen Fahrradfreundliche Ampelschaltungen, farbige Markierungen, mehr Platz und Poller. Gemeinsam werden wir Vorschläge für eine bessere Verkehrsführung erarbeiten und umsetzen. Nur so machen wir Lichtenberg sicherer für Radfahrende!

Monatsbericht Mai

 

Der Mai stand ganz im Zeichen des Mobilitätsgesetz (MobiG). Dabei war es bis in die letzte Verhandlungsminute spannend, ob alles so passen kann. Mit den in den Ausschüssen beschlossenen Änderungen kommen wir einen entscheidenden Schritt voran, die Mobilität in unserer Stadt umzukrempeln. Der Vorrang gilt in Zukunft dem Umweltverbund. Wie wir Grüne uns die Mobilität in Berlin vorstellen zeigt unser kleiner Film sehr schön...

Mein Dank geht in erster Linie an den Volksentscheid Fahrrad. Ohne die Initiative wäre das MobiG so nie gekommen. Vielen Dank auch die konstrukitve Zu(sammen)arbeit in den letzten Jahren.

 

Aber natürlich gab es im Mai auch Highlights in meinen Fachgebieten Tierschutz und Energie. So fand zum dritten Mail das Tierschutzfestival in der Kulturbrauerei statt. Eine Vielzahl an bunten Austellenden hat gezeigt, was Tierschutz in all seinem Facettenreichtum ist. Das Bühnenprogramm hatte Spannendes zu bieten. So habe ich bei Diskussion klar Stellung bezogen: Das Verbandsklagerecht in Berlin wird kommen. Berlins Forschung sollte so exzellent sein, dass sie sich auch hinterfragen lässt. Daher wünsche ich mir, dass wir gemeinsam beherzt für ein vollständiges Klagerecht kämpfen!

 

Am selben Tag fand die dritte coal and boat - Bootstour gegen Kohle vom Bündnis Kohleausstieg Berlin statt. 2016 und 2017 hieß es Ahoi Kohleausstieg in der Rummelsburger Bucht bis zur Abschaltung des letzten Braunkohlekraftwerks Berlin. Nun gilt das Augenmerk den drei verbliebenen Steinkohlekraftwerken. Volle Fahrt voraus!